Es ist komisch. In letzter Zeit hab ich immer wieder darüber nachgedacht, ob ich ein schönes Leben habe. Ob andere ein schönes Leben haben.
Vielleicht liegt es daran, dass wir soviel in der Schule drüber geredet haben, vielleicht daran, dass ich auf einmal sooft mit Menschen konfrontiert werde, die traurig über ihr Leben sind. Vielleicht auch daran, dass ich so viel Stress hatte, nicht nur was Schulisches betrifft, sondern auch öfter mit meinen Freunden.
Naja, auf einmal stellt sich sein eigenes Leben vor einem und man schaut es an und überlegt, ob es gut ist. Ob es besser sein könnte.
Ich war daraufhin sehr der Meinung, dass mein Leben im Grunde fürn Arsch ist. Dass ich mir eigentlich ein besseres, schöneres Leben wünsche, mehr Spaß, mehr Erfolg, einfach mehr Positives.
Doch als dann der Stress in der Schule nachließ, konnte ich darüber schon klarer denken.
Als ich dann wieder öfter was mit Freunden unternommen habe und öfter mein Leben genossen habe.
Ich bin jedenfalls zu dem Schluss gekommen, dass man selbst dafür verantwortlich ist, ob sein Leben schön ist.
Ich glaube... es gibt kein schönes Leben, das nur von äußeren Faktoren bestimmt ist. Man kann nicht einfach sagen: Ja, hier bitte, wenn ein Mensch als Popstar und mit Geld auf die Welt gekommen ist, dann hat der Mensch ein schönes Leben.
Nein, ich glaube, es hängt vor allem von sich selbst ab.
Ob man sein Leben positiv oder negativ sieht.
Wenn man es selbst schön sieht, dann wird es irgendwann vielleicht auch richtig schön, einfach wenn man sich genügend anstrengt, sein Leben lebt und versucht das Beste draus zu machen.
Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die depressiv sind, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen, die hungern, um hübscher aus zu sehen, aber dadurch auch nicht glücklicher werden.
Vielleicht gibt es Dinge in seinem Leben, die man anders haben möchte. Wenn man das möchte, dann sollte man versuchen dies zu erreichen, da bin ich nicht dagegen. Aber wenn man sich in seinem Leid verkriecht, niemanden an sich heranlässt und selbst für sich erklärt, dass man nicht mehr zu retten ist... dann macht man irgendetwas falsch.
Jeder darf mal traurig sein, das gehört zum Leben. Jeder darf mal an sich selbst meckern, sein Leben für kurze Zeit hassen. Aber man sollte wieder aus seinem Leid alleine herausfinden. Denn so schnell hilft einem da keiner! Vor allem nicht so, wie man selbst sich das vielleicht in diesem Moment vorstellt.
Ich gehöre zu denen, die schnell traurig und unzufrieden werden. Aber ich versuche mich immer wieder mit aller Gewalt dagegen zu wehren, und wenn man einfach versucht glücklich zu werden, dann wird man auch irgendwann Glücklich!
Man muss einfach versuchen was aus seinem Leben zu machen, und dann wird das schon. Und das Wichtigste ist, dass man viel mit Freunden macht, mit Leuten, die einen mögen und verstehen. Wenn man Spaß hat im Leben, dann ist alles viel einfacher.
Und wenn man irgendetwas hasst oder irgendjemanden. Dann soll man demjenigen einfach aus dem Weg gehen, oder sich jemanden suchen, den man mehr mag und dann kommt man irgendwann mit den anderen auch wieder zurecht.
Schön und hässlich und doof sind keine Tatsachen. Das sind Einstellungen. Und Einstellungen kann man immer ändern.
Generell ist das ganze Leben von Einstellungen geprägt. Klar gibt es Umstände, die das Leben schlecht werden lassen können. Da gebe ich dann zu, ist es schwierig ein richtig schönes Leben zu haben. Aber wenn man den Willen hat, dann kann man auch diese Umstände ändern.
Es ist alles Möglich.
Letztens hat jemand zu mir gesagt: "ich hab was gegen diese Leute, die ihr Leben doof finden, obwohl sie eigentlich ein schönes Leben haben." Es war an mich gerichtet. Indirekt.
Ich will eigentlich nicht zugeben, dass er vollkommen Recht hat, weil ich zu stolz dafür bin. Aber ich hab darüber nachgedacht, über seine Worte. Und mir ist klar geworden, dass er Recht hat. Es ist verdammt sinnlos und scheiße, sein Leben nicht zu mögen, wenn man eigentlich alle Voraussetzungen für ein schönes Leben hat. Nur das Schöne in seinem Leben einfach nicht sieht.