Samstag, 24. Mai 2014

Lovely

Ich strich ihm Durch die Haare, fühlte die Konturen seines Kopfes unter meinen Fingerspitzen, die leichte Wölbung seiner Augenbrauen, die starken Wimpern unter den geschlossenen Augen. Fühlte den kleinen Huckel auf seiner Nase, den er so hasste. Die dicken Lippen, den leicht geöffneten Mund. Ich blieb auf seinen Lippen mit meinen Fingerspitzen liegen und genoss die Wärme seines Atems.
Genoss den Moment. Der vollkommenen Perfektion.
„Danke“, flüsterte ich. „Danke, dass Du damals, als ich aus dem Bus ausgestiegen war, angerannt kamst und mir zu riefst, ich solle die Tür offen halten. Danke für dein Lächeln, das Du mir dann gabst, als ich meinen Fuß zwischen die sich schließenden Türen gehalten habe. Danke für das Bauchkribbeln, welches ich dann jeden Moment, als ich an dein Lächeln zurück gedacht habe, verspürt habe.
Danke für all die Momente, die mich aus dem Alltagsstress herausgeholt haben, als ich an deine wunderschön braunen Augen dachte, an dein glückliches Lächeln.
Für die Begegnung Wochen später im Bus, als Du auf einmal neben mir standst und mich nach meinem Namen gefragt hattest und dich noch einmal bedankt hattest. Mir von deinem Vorstellungsgespräch, das Du fast verpasst hättest, erzähltest.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, als Du zu mir sprachst, wie die ganze Zeit mein Herz aus meinem Brustkorb versucht hatte, herauszuspringen. Ich wunder mich immer noch, wie ich damals überhaupt ein Wort herausgebracht haben konnte.
Danke für den Anruf noch am selben Nachmittag ob wir uns treffen wollen. Danke für die schönsten Dates meines Lebens. Für den perfekten Abschnitt, an dem ich rein gar nichts ändern möchte. Rein gar nichts.
Ich wollte seit dem Du mich das erste Mal geküsst hattest, nicht mehr weg von dir. Wollte für immer bei dir bleiben. Und das will ich immer noch.
Du bist die wichtigste Person für mich in meinem Leben. Du schaffst es immer wieder mich aus dem Glauben herauszubringen, ich wäre nichts wert. Du nimmst all die schlechten Gefühle von mir! Durch deine bloße Anwesenheit zerplatzen alle meine schlechten Gedanken und da sind auf einmal nur noch gute. Manchmal denke ich mir, dass das nur Magie sein kann. Magie von ganz weit oben. Von Gott, der mich belohnen will, obwohl ich das doch gar nicht verdient habe! Stell dir vor, das glaube ich! Obwohl ich nicht mal glaube, das Gott existiert. Aber wenn Du bei mir bist, dann kann auf einmal alles real sein.
Alles. Selbst als Du mir vor einer Woche gesagt hattest, dass wir nach Hawaii fahren zusammen. Ich hab es sofort geglaubt. Es war so real.“ Ich lächelte und blinzelte die Tränen weg, die sich gebildet hatten. „Und es ist immer noch so real. Stell dir vor, und jetzt sind wir hier beide. Du und ich. Beide an dem schönsten Ort der Erde. Zusammen. Doch selbst wenn Du gesagt hättest, wir würden nach Grönland fahren und dort wie die Inuit in Eis und Kälte leben... Wenn Du das gesagt hättest, dann wäre jetzt wahrscheinlich das der schönste Ort der Erde. Verstehst Du?
Du bist mir wichtig. Du bist mir so wichtig, dass ich jeden Tag vor dem Einschlafen der Welt danke, dass Du zu mir gekommen bist.
Dass Du mich aus meiner Welt voller Probleme heraus geholt hast. Weißt Du, ich habe nicht mehr geweint, seit dem Du da bist. Ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft und ich habe inzwischen sogar Tage, an denen ich voller Glückseligkeit an meinen verstorbenen Vater denke. Tage, wo ich ohne Trauer an ihn zurück denken kann und an die wunderschönen Zeiten. Tage, an denen Du bei mir bist. An denen Du mich in dem Arm hältst und mir zeigst, dass ich wichtig bin.
Danke für alles. Danke für alles, was Du für mich getan hast. Danke dass Du existierst und dass Du mich getroffen hast.
Danke. Ich liebe dich. Ja, ich liebe dich. Ich liebe dich.“

Ich lächelte, schloss meine Augen und drückte meine Lippen auf seine.