Ich strich ihm Durch die Haare, fühlte die Konturen seines
Kopfes unter meinen Fingerspitzen, die leichte Wölbung seiner Augenbrauen, die
starken Wimpern unter den geschlossenen Augen. Fühlte den kleinen Huckel auf
seiner Nase, den er so hasste. Die dicken Lippen, den leicht geöffneten Mund.
Ich blieb auf seinen Lippen mit meinen Fingerspitzen liegen und genoss die
Wärme seines Atems.
Genoss den Moment. Der vollkommenen Perfektion.
„Danke“, flüsterte ich. „Danke, dass Du damals, als ich aus
dem Bus ausgestiegen war, angerannt kamst und mir zu riefst, ich solle die Tür
offen halten. Danke für dein Lächeln, das Du mir dann gabst, als ich meinen Fuß
zwischen die sich schließenden Türen gehalten habe. Danke für das
Bauchkribbeln, welches ich dann jeden Moment, als ich an dein Lächeln zurück gedacht
habe, verspürt habe.
Danke für all die Momente, die mich aus dem Alltagsstress
herausgeholt haben, als ich an deine wunderschön braunen Augen dachte, an dein
glückliches Lächeln.
Für die Begegnung Wochen später im Bus, als Du auf einmal
neben mir standst und mich nach meinem Namen gefragt hattest und dich noch einmal
bedankt hattest. Mir von deinem Vorstellungsgespräch, das Du fast verpasst
hättest, erzähltest.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, als Du
zu mir sprachst, wie die ganze Zeit mein Herz aus meinem Brustkorb versucht
hatte, herauszuspringen. Ich wunder mich immer noch, wie ich damals überhaupt
ein Wort herausgebracht haben konnte.
Danke für den Anruf noch am selben Nachmittag ob wir uns
treffen wollen. Danke für die schönsten Dates meines Lebens. Für den perfekten
Abschnitt, an dem ich rein gar nichts ändern möchte. Rein gar nichts.
Ich wollte seit dem Du mich das erste Mal geküsst hattest,
nicht mehr weg von dir. Wollte für immer bei dir bleiben. Und das will ich
immer noch.
Du bist die wichtigste Person für mich in meinem Leben. Du
schaffst es immer wieder mich aus dem Glauben herauszubringen, ich wäre nichts
wert. Du nimmst all die schlechten Gefühle von mir! Durch deine bloße
Anwesenheit zerplatzen alle meine schlechten Gedanken und da sind auf einmal
nur noch gute. Manchmal denke ich mir, dass das nur Magie sein kann. Magie von
ganz weit oben. Von Gott, der mich belohnen will, obwohl ich das doch gar nicht
verdient habe! Stell dir vor, das glaube ich! Obwohl ich nicht mal glaube, das
Gott existiert. Aber wenn Du bei mir bist, dann kann auf einmal alles real
sein.
Alles. Selbst als Du mir vor einer Woche gesagt hattest,
dass wir nach Hawaii fahren zusammen. Ich hab es sofort geglaubt. Es war so
real.“ Ich lächelte und blinzelte die Tränen weg, die sich gebildet hatten.
„Und es ist immer noch so real. Stell dir vor, und jetzt sind wir hier beide.
Du und ich. Beide an dem schönsten Ort der Erde. Zusammen. Doch selbst wenn Du
gesagt hättest, wir würden nach Grönland fahren und dort wie die Inuit in Eis
und Kälte leben... Wenn Du das gesagt hättest, dann wäre jetzt wahrscheinlich
das der schönste Ort der Erde. Verstehst Du?
Du bist mir wichtig. Du bist mir so wichtig, dass ich jeden
Tag vor dem Einschlafen der Welt danke, dass Du zu mir gekommen bist.
Dass Du mich aus meiner Welt voller Probleme heraus geholt
hast. Weißt Du, ich habe nicht mehr geweint, seit dem Du da bist. Ich habe
keine Angst mehr vor der Zukunft und ich habe inzwischen sogar Tage, an denen
ich voller Glückseligkeit an meinen verstorbenen Vater denke. Tage, wo ich ohne
Trauer an ihn zurück denken kann und an die wunderschönen Zeiten. Tage, an
denen Du bei mir bist. An denen Du mich in dem Arm hältst und mir zeigst, dass
ich wichtig bin.
Danke für alles. Danke für alles, was Du für mich getan
hast. Danke dass Du existierst und dass Du mich getroffen hast.
Danke. Ich liebe dich. Ja, ich liebe dich. Ich liebe dich.“
Ich lächelte, schloss meine Augen und drückte meine Lippen
auf seine.
