Samstag, 24. November 2012

Weltschmerz

Kennt ihr diese Momente.. diese Momente, in denen man einfach nicht mehr will.
Man ist traurig. Unendlich traurig.
Man schaut nach draußen. Es regnet. Regentropfen prasseln auf die Erde, und auf einmal kann man nicht mehr. Man fängt an zu heulen, seine Tränen rinnen einem übers Gesicht.
Alles scheint einem unmöglich, sinnlos.
Man fängt an sich Fragen zu stellen.

Hilfe.

Wieso bist du hier?
Wieso strengst du dich so an?
Was hat das Leben für einen Sinn?
Wieso versuchst du so angestrengt allem es Recht zu machen, versuchst so angestrengt Freunde zu haben... wenn es doch sowieso nie sich wirklich richtig anfühlt?

Hilfe.

Es ist immer, wie als würde man nach einem Licht in der völligen Dunkelheit suchen, so wie als würde man kein Ende eines langen Tunnels sehen.
Du sitzt da, und weinst. Still, in dich hinein. Niemand ist da für dich. Niemand nimmt dich in den Arm und tröstet dich. Du krallst deine Hände um die Hüften, zitterst und heulst. Willst nicht mehr. Hast auf gar nichts Lust.
Weinend gleitest du vom Stuhl und setzt dich auf den Teppich, kullerst dich zu einer kleinen Kugel zusammen.
Jemand klopft an deine Tür, fragt dich etwas, fragt, was los ist. Doch du schreist einfach nur, dass sie weggehen sollen.
Wobei du eigentlich willst, dass sie reinkommen, dich umarmen, dich küssen und dir erklären, dass alles wieder gut wird.

Hilfe.

Du bist nur ein kleiner Mensch, mitten im Universum.
Draußen, vor der Tür sind Tausende, Millionen, Milliarden von Menschen... wer bist du überhaupt?
Was hast du schon für eine Bedeutung?

Hilfe.

Irgendwann versiegen die Tränen und du starrst auf deine Hände. Deine Nase ist verschnupft.. und du bist müde. Müde vom Weinen, müde von der Welt.
Du bleibst lange dort liegen. Irgendwann geht es dir dann besser. Und irgendwann bist du wieder die, die du immer bist.

Doch es ist immer wieder das Gleiche. Es ist immer wieder wie ein Greifen nach der Hoffnung, nach dem Trost.

Nach der Liebe.



Freitag, 16. November 2012

Mainstream

Du gehst durch die Straßen und gehst so an den Schaufenstern entlang.
Hast irgendwie Bock mal wieder was zu kaufen. Dein Geld ist wieder aufgefüllt, glücklicherweise hat dir deine Mom noch was gegeben. Du bist echt ziemlich froh. Sie hat dir nur was gegeben, weil du gerade im Moment so gute Noten hattest. Okay, vielleicht war der Zeitpunkt auch ganz gut gewählt. War gerade befördert wurden, Dad hatte mal wieder was mit ihr untergenommen gehabt, und es war anscheind voll gut gewesen. Tja, manchmal hat er halt auch Glück.
Scheiße nur, dass niemand von deinen Freunden mitkommen konnten. Na, egal. Shoppen geht auch alleine. Solange du deine Klamotten hast, ist doch alles gut. So ein gute Laune mache.
Grinsend schlenderst du an den Läden entlang.
Sop... mal nachdenken.
H & M? Eigentlich immer geil, wann findest du da schon mal nix? Aber... du warst da in letzter Zeit echt oft.
C & A? Ähm.. nee?
New Yorker oder Forever18? Mhh... keine so gute Quali, aber eigentlich ganz gute Klamotten.
Tally Waijl? Irgendwie unsymphatisch...
Okay. Schließlich irgendwann, gehst du wieder in H & M.
Irgendwie immer die beste Entscheidung.
Du erwartest irgendwie nichts besonderes.
Doch sobald du in den Laden gehst, siehst du es.
Die perfekte Mütze.
Du stehst echt nicht auf solche grellen Sachen. Doch die ist einfach nur geil.
So voll grell grün, aber die Form ist echt cool.
Du gehst da hin, probierst sie an, und könntest fast ausrasten vor Freude.
Mann, echt hammer!
Freudestrahlend gehst du aus dem Laden raus.
Geld weg. Aber geile neue Mütze. Hehe.

Dann zuhause fängt es an.

Was hast du denn da aufm Kopf? Das ist nicht dein Ernst oder?
Grün? OMG!

Du sitzt in deinem Zimmer und starrst auf die Mütze. Das grün fandest du eigentlich ziemlich cool.
Stellst dich vor den Spiegel. Eigentlich doch geil... oder?
Jetzt willst du auf einmal die Mütze morgen nicht in die Schule mitnehmen.
Doch vielleicht finden deine Freunde das ja geil.

Oh Gott, wie siehst du denn aus?
Grün?!?!
Haha, du siehst aus wie Pumukel.

Du zerrst die Mütze vom Kopf. Scheiße, ey. Die sieht echt schlimm aus. Das grün ist dir zu grell und die Form ist affig.
Ach shit, Geld umsonst ausgegeben. Na ja, egal. Schnell steckst du sie in deinen Ranzen und rennst zum Unterricht, erklärst den anderen, dass du sie sowieso nicht cool fandest.



3 Wochen später trägt jeder diese Mützen. Sie sind im Trend, jeder will sie haben. Weil sie einfach nur geil sind.

Montag, 12. November 2012

Wieso zögerst du?


Du stehst vor der Klasse, jeder schaut dich an.
Du stotterst.
Du redest deinen Text, doch du weißt, dass das doof klingt.
Jemand fragt dich etwas.
Du öffnest den Mund.
Bringst kein Wort heraus.
Dein Herz pocht dir bis in den Hals.
Doch du sagst nichts.
Du hast Angst, etwas Falsches zu sagen.

Du zögerst.
Zögerst lange.
Und tust nichts.

Du stehst auf dem 10 Meter Turm.
Unter dir kristallklares Wasser.
Vor dir der Abgrund.
Hinter dir Menschenmassen.
Du schluckst.
Du hast Angst.
Du gehst in die Knie.
Stehst wieder auf.
Gehst einen Schritt nach vorne.

Du zögerst.
Zögerst lange.
Und tust nichts.

Er steht vor dir.
Ganz nah bei dir.
Du kannst ihn fast riechen.
Du bist aufgeregt.
Das ist deine Chance.
Er hat dich noch nicht bemerkt.
Du willst ihn ansprechen.
Du willst mit ihm Reden.
Du willst sein Gesicht sehen.

Du zögerst.
Zögerst lange.
Und tust nichts.

Du willst ja sagen.
Du willst sagen, dass du das wirklich willst.
Du willst mitgehen.
Doch du bist dir nicht sicher.
Du starrst ihn an.
Du weißt, was du haben könntest.
Doch du bist dir nicht sicher.
Du bist kurz davor ja zu sagen.
Du bist total durchwühlt.

Du zögerst.
Zögerst lange.
Und tust nichts.

Und danach fragst du dich immer wieder:
Wieso hab ich gezögert?
Wieso nur?

Versuche über deinen Schatten zu springen.
Überleg einfach nicht.
Tu es.
Du wirst es nicht bereuen.

Antworte einfach. Tu es einfach. Denk nicht mehr nach.
Spring einfach. Tu es einfach. Denk nicht mehr nach.
Sprich ihn an. Tu es einfach. Denk nicht mehr nach.
Sag einfach ja. Tu es einfach. Denk nicht mehr nach!



Du zögerst.
Zögerst lange.
Und tust nichts.


Mittwoch, 7. November 2012

Meine Familie :)

Manchmal fragen mich Leute, ob ich es nicht irgendwie voll stressig finde mit 4 Geschwistern.

Und ich antworte eigentlich immer gleich: Ja, voll! Aber es ist auch schön.

Denn es ist so.
Sie nerven mich, reizen mich, bringen mich manchmal zum heulen, treiben mich zur Weißglut...
Doch trotzdem.
Ich könnte nicht ohne meine Geschwister, ohne meine Eltern leben. Ich würde total vereinsamen.
Ich finde bei ihnen immer Trost. Egal, was ist. Ich kann es ihnen sagen, und sie verstehen es. Sie trösten mich und stehen zu mir, egal was ich getan habe.

Habe ich eine 4 oder schlechter geschrieben, nölen sie nicht an mir rum, sie nehmen mich in den Arm und trösten mich. Manche Eltern mögen das anders sehen, manche Eltern meinen vllt dass das Kind dann denkt, dass es so weiter machen kann. Doch das ist es nicht. Ich weiß selbst, was ich besser machen muss. Dazu brauche ich meine Eltern nicht. Meine Eltern brauche ich nur dafür, dass sie mir helfen. Und mich unterstützen. Und mich trösten.

Ich kann meinen Eltern alles erzählen.
Und wenn ich meinen Eltern etwas nicht erzählen will, oder total traurig bin, tut es auch gut, meine kleinen Geschwister in den Arm zu nehmen, sie fest an mich zu drücken und zu wissen, dass sie da sind. Dass sie da sind und dass sie mich mögen.
Es tut gut, ihre unschuldigen Ratschläge anzuhören, ihr kleines Herz zu spüren und sich für einen Moment richtig gut zu fühlen.
Ich kann bei jedem meiner Familie Trost finden. Auch bei meinem Bruder, meiner Schwester. Manchmal sind sie besser als jede Freundin. Weil sie oft auf meiner Seite stehen, nichts übertreiben und die Fakten so sagen, wie sie sind.

Manchmal, wenn meine Freunde keine Zeit haben, und ich trotzdem etwas unternehmen will, kann ich zu meinem kleinen Bruder gehen. Er hat immer Zeit für mich. Und liebt es meine Verrückten Ideen durchzusetzen und macht immer mit. :D
Und wenn er nicht da ist, und ich Gesellschaft brauche, kann ich zu dem Rest meiner Familie gehen. Immer ist einer da, der mir zuhört oder mit mir was unternimmt.

Ich liebe meine Familie. Jeden einzelnen. Ich liebe sie dafür, dass sie immer da sind, wenn ich sie brauche. Dafür, dass sie, egal was ich tue, mir helfen, und bei mir nicht die Hoffnung verlieren.
Und ich liebe sie dafür, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin. Und nichts versuchen an mir zu ändern.

Ich bin wie ich bin. Ich kann das nicht ändern.
Und das verstehen sie.